Zuckersüß - selbstbestimmter Süßigkeitenkonsum

selbstbestimmter süßigkeitenkonsum

Am Dienstag war Nikolaus. An diesem Tag sind wir den Nikolaus im Wald besuchen gegangen. Wir saßen an einem Lagerfeuer und eine Freundin von Noel kam und gab uns etwas von ihren Schokoladenkugeln ab.

Als wir da also so saßen mit den Schokoladenkugeln, brach ich ein Stück ab und gab es Ben direkt in den Mund (Er saß ganz eingepackt im Kinderwagen und hatte die Hände nicht frei).
Die Oma schaute mich mit riesigen Augen an. "Er darf schon Schokolade essen? Ist das denn nicht schädlich mit dem Zucker?"

Ich war ein wenig erstaunt über ihre Aussage, schließlich drückt sie ihm mit Vorliebe ein Milchbrötchen in die Hand, statt des Vollkornbrotes. Und überhaupt, Saft geht ja schließlich auch immer. Ich denke, da ist in den Köpfen immer noch verankert - Süßigkeiten sind schlecht!

Dass Zucker im Allgemeinen aber nicht gesund ist, sollte eher bewusst gemacht werden. Aber sollte ich meine Kinder nun davon abhalten Zucker zu essen, bis sie irgendwann selbst auf den Trichter kommen, "Hey, das schmeckt super! Ich brauche meeeeehr!"?

Nein, so möchte ich es nicht. Ich möchte, und so habe ich es bisher gehalten, meinen Kindern von Anfang an zeigen, dass es Süßigkeiten gibt, dass sie lecker sind. Und vertraue auf meine "Erziehung" *hust*, dass sie lernen, so viel ist gut und mehr muss nicht sein.

Bei uns gibt es immer etwas Süßes zu finden. Der Schrank ist nicht abgeschlossen und in Reichweite, zumindest beim Großen. Er kann sich also bedienen wenn er möchte.

Ich kann mich noch gut daran erinnern, als es bei uns ganz anders der Fall war. Süßigkeiten gab es nur auf Nachfrage und wenn ich dachte, "Hallo? Du hast nicht gut zu Mittag gegessen, also gibt es nix." So habe ich Süßigkeitenpapier fast überall gefunden. Hier ein Bonbonpapier, dort eine Verpackung. Seitdem er aber ganz selbstbestimmt an Süßigkeiten kommt, hat sich dieser Zuckerrausch gelegt. Er geht an den Schrank nimmt sich etwas und gut ist.

Ob eine Zuckersucht entwickelt wird hängt eben auch von der Beziehung zu den Eltern ab. Wenn ich zurück denke, war ich oft alleine und habe das mit Essen kompensiert. Meine Eltern waren beide berufstätig und ab einem gewissen Alter war man dann eben alleine zuhause. Da wurden Kakao und Schokolade ein echter Seelentröster.

Der selbstbestimmte Süßigkeitenkonsum klappt mit Noel sehr gut. Bei Ben mache ich natürlich noch keine Selbstbestimmung was das angeht. Er bekommt etwas, und ja das auch schon mit 14 Monaten! Wie es sich weiterentwickeln wird, weiß ich natürlich nicht, aber diese Entspanntheit, die wir mit dem Thema Zucker transportieren, projiziert sich auf unsere Kinder. Nicht umsonst gibt es den Spruch "Verbotenes ist reizvoller!"

Wie haltet ihr es mit dem Süßigkeitenkonsum? Wird es bei euch eingeteilt? Oder ist Zucker für euch gar kein Thema?

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