Sicherheit für Babys und Kleinkinder – Die meisten Unfälle passieren im Haushalt

Stürze gehören laut einem Bericht des Statistischen Bundesamtes zu den häufigsten Verletzungsursachen bei Säuglingen. Unfälle im Haushalt machen außerdem ganze 80 % aller Unfälle aus.[1] Die größten Gefahren für Babys und Kleinkinder lauern also zuhause.

Dabei ist Sicherheit im Haushalt keine Wissenschaft. Mit einfachen Maßnahmen und dem Bewusstsein für die größten Gefahrenquellen wächst das Baby in den eigenen vier Wänden unfallfrei und sicher auf.

Wir erklären in diesem Artikel, wo im Haushalt die häufigsten Gefahren lauern und was man zur Vermeidung von Unfällen mit Säuglingen tun kann.

 

Vermeidung von Stürzen

Säuglinge und Babys sind im Falle eines Sturzes nicht dazu in der Lage, den Aufprall mit ihrer Körperkraft aufzufangen.[2] Außerdem können sie Höhen nicht gut einschätzen und realisieren beispielsweise das Ende des Wickeltisches oder Bettes erst sehr spät.

Das große Risiko eines Sturzes wird dabei durch die Proportionen des Körpers erhöht. Der Kopf des Babys ist im Vergleich zum restlichen Körper relativ groß.[3] Bei Stürzen bildet er so einen maßgeblichen Schwerpunkt und ist bei Stürzen besonders häufig von Verletzungen betroffen. Schwere Kopfverletzungen können dabei schon bei Stürzen aus geringer Höhe entstehen.

Deswegen sollten sich Eltern schon früh mit der Prävention von Stürzen auseinandersetzen. Unbeobachtete Momente im Elternbett oder auf dem Wickeltisch gehören zu den häufigsten Ursachen eines Sturzes.

Dabei ist die Vermeidung dieses hohen Verletzungsrisikos relativ einfach. In unserem Artikel über das Wickeln haben wir bereits erklärt, dass das Baby niemals allein und unbeobachtet auf dem Wickeltisch liegen darf.

Das gemeinsame Schlafen im Familienbett birgt ebenfalls die Gefahr eines Sturzes. Auch wegen des erhöhten Risikos des Plötzlichen Kindstodes gerät das Familienbett immer wieder in die Kritik und gilt als hoher Risikofaktor für Säuglinge und Babys.[4]

Auch Stürze von anderen Möbeln wie z. B. dem Sofa oder von einem Hochstuhl kommen immer wieder vor. Deswegen gilt für Säuglinge und Kleinkinder: Unbeobachtet dürfen sie nur in einer sturzsicheren Umgebung hingelegt werden.

Dazu gehören beispielsweise der Fußboden, das Babybett oder der Kinderwagen, wenn dieser sicher und stabil steht.

Besonders gefährlich sind auch Stürze an ungesicherten Treppen. Sowohl im Außenbereich als auch im Haus müssen Treppen und Aufstiege ausreichend gesichert werden, bis das Kind sicher gehen, laufen und die Gefahr von Treppen einschätzen kann.

Den besten Schutz bieten sogenannte Treppenschutzgitter, die in zahlreichen Varianten erhältlich sind. Modelle, die ohne Bohren auskommen, sind dabei für Mietwohnungen besonders gut geeignet, weil sie keine bleibenden Spuren an Wänden oder Türrahmen hinterlassen.

Auch wenn Stürze von Balkonen oder aus dem Fenster nur selten passieren, sollten sich Eltern auch dieser Gefahrenquelle bewusst sein. Flügelfenster lassen sich beispielsweise mit einer Sicherung am Scharnier ausstatten.

Zusätzlich angebrachte Schlösser sorgen an Fenstern und Balkontüren dabei nicht nur für zusätzlichen Schutz gegen Stürze, sondern sichern die Einstiegsmöglichkeiten auch gegen Einbrecher zusätzlich ab.

Vorsicht Gift – So lassen sich Vergiftungen verhindern

Zu den typischsten Verhaltensweisen von Babys und Kleinkindern gehört, dass sie ihre Umgebung mit allen Sinnen erkunden – und deswegen alles in den Mund stecken, was sie in die Finger kriegen können.

Die größte Vergiftungsgefahr im Alltag geht vor allem von Reinigungsmitteln und Medikamenten aus. Dabei wirken vor allem die bunten Verpackungen von Kosmetika und Waschmitteln sehr anziehend auf die Kleinsten.

Besonders interessant und damit gefährlich sind:

  • Waschmittel (vor allem abgepackte Varianten wie Tabs oder Pods)
  • Shampoo, Duschgel, Deo und weitere Kosmetika mit appetitlichen Duftstoffen wie Vanille, Kokos oder Mango
  • Nagellack (bunte Farben in handlichen Fläschchen)
  • Alkoholische Getränke
  • Zigaretten und Aschenbecher
  • Medikamente in Tablettenform (wegen der kleinen Abmessungen können große Mengen problemlos verschluckt werden)

Neben der Vergiftungsgefahr durch die Klassiker wie Reiniger und Kosmetika lauern jedoch weitere Gefahren rund um Haus und Hof. Materialien zum Bauen und Renovieren (Farben, Lacke, Verdünner, Pinselreiniger, Klebstoff, Benzin) bergen ebenfalls ein Vergiftungspotential.

Auch bei der Auswahl von Pflanzen für den Garten oder die Fensterbank müssen Eltern besondere Vorsicht walten lassen. Viele der beliebtesten Pflanzen sind giftig und können schon in kleinen Mengen für Säuglinge und Kleinkinder gefährlich werden.

Weil es gerade die exotischen Pflanzen mit ihren farbenprächtigen Blüten und den interessant geformten Blättern sind, die als besonders giftig gelten, sollte man diese nicht in Reichweite von Kindern aufstellen. Wer besonders auf Sicherheit bedacht ist, verzichtet besser vollständig auf Giftpflanzen in Haus und Garten.

Beliebte Zimmerpflanzen mit giftigen Pflanzenteilen[5]

  • Einblatt
  • Alpenveilchen
  • Amaryllis (Ritterstern)
  • Azaleen
  • Dieffenbachie
  • Efeutute
  • Monstera (Fensterblatt)
  • Anthurie (Flamingoblume)
  • Weihnachtsstern

Beliebte Giftpflanzen für Balkon, Terrasse und Garten[6] [7]

  • Goldregen
  • Blauregen
  • Maiglöckchen
  • Eisenhut
  • Rittersporn
  • Oleander
  • Thuja
  • Buchsbaum
  • Engelstrompete
  • Stechapfel
  • Narzisse
  • Rizinus
  • Fingerhut
  • Herbstzeitlose
  • Hortensie
  • Tollkirsche
  • Hyazinthe
  • Krokus
  • Rhododendron

Türen, Ecken, Möbel und Schubladen

Babys und Kleinkinder wollen am liebsten die ganze Welt auf einmal entdecken. Ihre Neugier kennt dabei keine Grenzen. Ein Sicherheitsempfinden oder das Einschätzen von Risiken oder Gefahren gehört in den ersten Lebensjahren leider nicht zu den Stärken der kleinsten Familienmitglieder.

Ein in der Schublade gequetschter Finger oder eine Kollision mit der Tischkante ist dabei weit weniger gefährlich als ein Sturz vom Wickeltisch oder der Verzehr einer Giftpflanze. Dennoch sind solche Verletzungen schmerzhaft.

Neben Platzwunden und Gehirnerschütterungen sind weitere schwerere Verletzungen wie Knochenbrüche im Finger- und Handbereich nicht selten. Zusätzlich können sich in Schubladen und hinter Schranktüren Gegenstände befinden, die für das Baby eine Gefahr darstellen (z. B. Reiniger in der Küche).

Schranktüren und Schubladen sollten deswegen ausreichend gegen unbefugten Zugang gesichert werden. Den besten Schutz bieten dabei abschließbare Möbelstücke, die sich besonders gut für die Lagerung von Feuerzeugen, Reinigungsmitteln und Medikamenten eignen.

Alle Möbelstücke im Haushalt mit einem Schloss nachzurüsten kann dabei jedoch ins Geld gehen und hinterlässt außerdem irreversible Veränderungen an der Einrichtung. Einfacher, schneller und kostengünstiger sind deswegen Kindersicherungen, die ohne Beschädigungen der Substanz an Türen und Schubladen befestigt werden können.

Viele Modelle kommen dabei ohne Bohrloch aus und hinterlassen so keinerlei Spuren an dem Möbelstück. Beliebt sind auch magnetische Schrankschlösser, die von außen vollständig unsichtbar sind und so neben ihrer hohen Funktionalität die Optik von Schränken und Schubladen nicht sichtbar verändern.

Innentüren im Wohnbereich kann man außerdem mit einem Klemmschutz ausstatten, der das unbeabsichtigte Zuschlagen von Zimmertüren verhindert. Dies beugt gequetschten Fingern vor und sorgt außerdem dafür, dass sich Kinder nicht versehentlich in einem Raum einsperren und ihn dann nicht wieder verlassen können.

Weiterhin lassen sich Türklinken und Fenstergriffe in vielen Fällen in anderer Ausrichtung montieren, sodass sie von kleinen Kindern schwer oder gar nicht erreicht werden können.

Weil sich Kinder im Krabbelalter an Möbelstücken in den Stand hochziehen, sollten alle Schränke, Kommoden und Regale sicher an der Wand befestigt werden. Immer wieder füllen Unglücksfälle ganze Zeitungsartikel, weil Kinder von umgekippten Möbelstücken erschlagen wurden.

Besonders gefährlich sind dabei Kommoden mit großen Schubladen. Zieht das Kind diese beim Spielen heraus, kann das hohe Gewicht der gefüllten Schubladen das Möbelstück aus dem Gleichgewicht bringen.[8]

Viele Möbelhäuser fügen ihren Möbelstücken im Lieferumfang bereits einen passenden Wandbeschlag und einen Sicherheitshinweis bei. Auch wenn das schwere Bücherregal oder die Wäschekommode einen schweren Eindruck mit sicherem Stand machen: Wenn Kinder diese beim Klettern ins Wanken bringen, sind tödliche Verletzungen nicht selten die Folge.

 

Steckdosen, Kabel und elektrische Geräte

Ein Stromschlag ist in vielen Fällen für Babys und Kleinkinder lebensgefährlich. Besondere Gefahr geht dabei von Steckdosen im Haushalt aus. Weile viele von ihnen in Bodennähe installiert sind, können Babys im Krabbelalter sie leicht erreichen.

Mit einer Kindersicherung für Steckdosen lässt sich diese Gefahr jedoch problemlos und kostengünstig reduzieren. Unterschiedliche Modelle werden dabei den Anforderungen aller Haushalte gerecht. Besonders praktisch sind Sicherungen, die bei der Verwendung mit einem Elektrogerät in der Steckdose verbleiben können.

Der Einsatz verfügt in vielen Fällen über zwei verschiebbare Kunststoffelemente, die mit einem Stecker problemlos zur Seite geschoben werden können. Als besonders sicher gelten Steckdosensicherungen, die mit einem doppelseitig klebenden Film auf der Rückseite ausgestattet sind.

Diese können nicht versehentlich beim Herausziehen des Steckers entfernt werden und hindern auch ältere Kinder zuverlässig daran, sie aus der Steckdose zu entfernen.

Hier ist jedoch wichtig zu wissen, dass die Entfernung auch Erwachsene vor eine Herausforderung stellen kann. Wer dafür ein Hilfsmittel verwenden muss, sollte vorher die Sicherung auslösen bzw. den Strom abstellen.

Für Mehrfachsteckdosen sind ebenfalls Einsätze erhältlich, mit denen man nicht belegte Plätze gegen unbefugten Zugriff schützen kann. Hochwertige Modelle namhafter Hersteller sind bereits mit einem Mechanismus ausgestattet, der dem Schutz von Kindern dient.

Die verbauten Kunststoffschieber können nicht entfernt werden und sind fest im Gehäuse verbaut. Wer Mehrfachsteckdosen neu kaufen möchte, sollte deswegen vorzugsweise auf Modelle zurückgreifen, die bereits über eine integrierte Kindersicherung verfügen.

Weiterhin müssen Mehrfachsteckdosen und Kabel so verlegt werden, dass sie nicht versehentlich zur Stolperfalle werden. Dass sich Kinder im Krabbelalter an allen Einrichtungsgegenständen hochziehen und auch vor Kabeln nicht Halt machen, sollte ebenfalls bedacht werden.

Auch wenn Steckdosen, Kabel und Mehrfachsteckdosen die größten Gefahren bei Stromunfällen darstellen, sollten auch andere elektrische Geräte vor Kindern gesichert werden. Dies gilt insbesondere für alle Geräte, die Wärme produzieren (z. B. Herd, Backofen, Heizöfen) und solche mit scharfen oder spitzen Elementen (z. B. elektrische Messer, Haarschneider).

Alle Elektrokleingeräte sollten nach Gebrauch kindersicher verstaut werden. Wenn dies nicht möglich ist, sind im Handel für fast alle sicherheitsrelevanten Problemstellungen Lösung verfügbar.

Die Drehknöpfe des Elektro-Herds lassen sich dabei ebenso sichern wie die Backofentür. Auch an den Kühlschrank sollten Eltern denken, wenn sie die Küche kindersicher ausstatten möchten.

Heiße Töpfe und Pfannen lassen sich außerdem mit einem Herdschutzgitter gegen neugierige Kinderhände sichern. Auch hier kann man zwischen fest angeschraubten Varianten oder Klemmgittern wählen.

Im Wohnzimmer darf man außerdem den Fernseher nicht vergessen. Die alten Röhrenfernseher galten aufgrund ihres großflächigen Schwerpunktes und aufgrund ihres hohen Gewichtes als relativ kippsicher. Von Kindern ließen sich diese Modelle kaum auch nur einige Zentimeter bewegen.

Große Flachbildfernseher bergen hingegen die Gefahr, nach vorne zu kippen, wenn Kinder sich daran hochziehen. Besonders kleinere Modelle sind dabei so leicht, dass sie problemlos auf von Kinderhänden umgestoßen werden können.

Flachbildfernseher sollten deswegen entweder fest an die Wand montiert oder mit einer Kippsicherung ausgestattet werden. Diese kann günstig nachgerüstet werden. Beim Kauf sollte man darauf achten, dass die Kippsicherung für den Fernseher das Kippen in beide Richtungen verhindert. So steht der Fernseher sicher und stabil, egal ob Kinder sich daran hochziehen oder sich am Gerät abstützen.

Gefahr durch Verschlucken und Ersticken

Kinder im Krabbelalter erkunden ihre Umgebung nicht nur mit ihren Händen, sondern auch mit dem Mund. Alle beweglichen Gegenstände, mit denen das Baby in Berührung kommt, müssen deswegen kindersicher sein.

In unserem Artikel über Schadstoffe haben wir bereits darüber berichtet, wie wichtig es deswegen ist, dass die Wohnungseinrichtung schadstoffarm ist.

Neben der Aufnahme von giftigen Substanzen können Babys und Kleinkinder sich darüber hinaus an Kleinteilen verschlucken. Auf der Verpackung von Kinderspielzeug ist deswegen immer angegeben, wenn das Spielzeug verschluckbare Kleinteile enthält.

Auch Knöpfe an der Kleidung oder beispielsweise aufgenähte Augen an Kuscheltiere bergen hier die Gefahr des Verschluckens. Deswegen ist es wichtig, kleine Haushalts- und Alltagsgegenstände (z. B. Knopfzellen, Knöpfe) außer der Reichweite von Kindern aufzubewahren.

Die meisten verschluckten Kleinteile finden zwar ihren natürlichen Weg durch Magen und Darm hinaus aus dem Körper des Babys. Schnell kann das Verschlucken von Gegenständen jedoch zu einem Problem werden, wenn die Passage von Kleinteilen nicht den natürlichen Weg geht.

Besonders gefährlich ist es, wenn Kleinteile nicht verschluckt, sondern eingeatmet werden. Besonders leichte, kleine Gegenstände können so in die Atemwege oder in die Lunge gelangen und von dort ohne medizinische Hilfe oftmals nicht entfernt werden. Verlegt ein aspirierter Gegenstand die Atemwege, besteht akute Erstickungsgefahr.[9]

Die Gefahr des Verschluckens besteht weiterhin auch bei der Umstellung auf Beikost. Vor allem prallelastische und feste Lebensmittel wie Weintrauben, Erdnüsse oder Erbsen sollten deshalb in den ersten Monaten der Beikostfütterung püriert, kleingeschnitten oder gemahlen werden.

Während eine vollständig verschluckte Erdnuss weniger ein Problem darstellt, kann das Einatmen (Aspirieren) von Lebensmitteln schnell zu einem medizinischen Notfall werden. Auf dieses Problem sind wir in unserem Artikel über die Einführung von Beikost bereits näher eingegangen.

Erstickungsgefahren lauern aber auch in anderen Situationen des täglichen Lebens. Der Klassiker: Plastiktüten. Fast alle Tüten und Verpackungen verfügen inzwischen über einen Aufdruck, dass sie wegen der Erstickungsgefahr von Babys und Kleinkindern unter drei Jahren ferngehalten werden müssen.

Dazu gehören neben der gewöhnlichen Einkaufstüte aus Plastik auch Folienbeutel und Kunststoffverpackungen von Toilettenpapier oder Küchenrolle. Durch das Rückatmen von CO2 in der Ausatemluft droht hier eine Bewusstlosigkeit.

Außerdem entsteht in der Plastiktüte durch das Atmen ein Unterdruck. Sie zieht sich so mit jedem Atemzug fester um das Gesicht des Kindes. Gerät es dabei in Panik, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es sich ohne Hilfe nicht mehr aus dieser Siuation befreien kann.[10]

Unterschätzt ist auch die Gefahr, die von schweren Bettdecken, Bettumrandungen („Nestchen“) und Kuscheltieren ausgeht. In unserem Artikel über Babys Schlaf haben wir ausführlich erklärt, dass sich durch diese Beigaben im Babybett nicht nur die Erstickungsgefahr erhöht, sondern auch das Risiko für den Plötzlichen Kindstod.

Bei der Kleiderwahl für Babys und Kleinkinder sollte man den Sicherheitsfaktor ebenfalls im Hinterkopf behalten. Wer auf Kleidungsstücke mit Knöpfen nicht verzichten möchte, sollte nach jeder Wäsche kontrollieren, ob sich diese gelockert haben. Bei Bedarf müssen sie neu angenäht oder vollständig entfernt werden, damit das Baby sie nicht verschlucken kann.

Aus Kapuzenpullovern oder Hoodie-Jacken sollte aus Sicherheitsgründen die Kordel durch die Kapuze entfernt werden. Beim Spielen, Toben und Klettern können sich an der Kleidung befestigte Kordeln, Gummizüge oder Schnüre verfangen und das Baby strangulieren.[11]

Im Taillenbereich sollten Kordeln und ähnliche Details ebenfalls entfernt werden. Sie stellen beispielsweise auf Rolltreppen ein Sicherheitsrisiko dar, wenn sie achtlos herunterhängen und sich im Rollband verfangen.

Als sicher gelten fest angenähte Verschlüsse, die sich unter Zug selbst öffnen (Klettverschluss, Druckknopf, Reißverschluss).[12]

 

Sicherheit im Auto

Für den Transport des Babys im Auto ist die Verwendung eines Kindersitzes in der Straßenverkehrsordnung gesetzlich vorgeschrieben.[13] Weil die Wahl des richtigen Baby- und Kindersitzes eine große Herausforderung ist, werden wir diesem Thema einen eigenen Artikel widmen.

Wichtig ist, dass der Kindersitz zu Alter, Gewicht und Größe des Babys passt und sicher im Fahrzeug installiert wird. Dazu gibt es Systeme verschiedener Hersteller. Für manche Modelle ist auch der Sicherheitsgurt ausreichend.

Die verschiedenen Zulassungsnormen erleichtern die Wahl eines sicheren Kindersitzes ebenfalls nicht. Verschiedene Normen mit individuellen Anforderungen können für Eltern verwirrend sein.

Wichtig ist dabei zunächst, dass der Sitz in Europa zugelassen sein und über das entsprechende, orangene Prüfsiegel verfügen muss.

Auch der richtige Umgang mit dem Kindersitz will gelernt sein. Fehlerquellen lauern sowohl bei der Befestigung des Sitzes im Auto als auch beim Anschnallen des Kindes. Lockere Gurte oder eine dicke Winterjacke[14] reduzieren den Sicherheitsfaktor deutlich und können bei Unfällen das Verletzungsrisiko erhöhen.

Bis zum 15. Lebensmonat muss das Baby rückwärtsgerichtet im Auto angegurtet werden, wenn der Kindersitz nach der neuen Richtlinie UN ECE Reg. 129 zugelassen ist.[15]

Auf dem Beifahrersitz ist dies nur zulässig, wenn die Airbags deaktiviert sind. Kindersitze, die in Fahrtrichtung ausgerichtet sind, dürfen ebenfalls auf dem Beifahrersitz befestigt werden, wenn sich der Beifahrersitz so weit zurückstellen lässt, dass das Baby außerhalb des des Explosionsradius des Airbags sitzt. Grundsätzlich gilt außerdem, dass Kinder auf dem Rücksitz am sichersten sitzen.[16]

Derzeit sind drei gültige Normen im Umlauf, die dem Kindersitz ausreichende Sicherheit bescheinigen. Der Kindersitz muss für eine Zertifizierung verschiedene Prüfkriterien und Sicherheitsfaktoren erfüllen, um mit der sogenannten ECE-Prüfsiegel ausgezeichnet zu werden.

Derzeit gültig sind die Normen[17]

  • ECE R 44/03
  • ECE R 44/04
  • ECE R 129 (i-Size-Norm)

Auch wenn das orangefarbene Siegel dem Design des Sitzes nicht zuträglich ist: Entfernen sollte man es auf keinen Fall. In einer Verkehrskontrolle lässt sich sonst nicht sicher nachweisen, dass das Kind in einem zugelassenen und zertifizierten Sitz reist.

Kann man in einer Verkehrskontrolle nicht beweisen, dass der Kindersitz für die Beförderung des Babys zugelassen ist, drohen ein Bußgeld und ggf. sogar Punkte in Flensburg.[18]

 

Quellen

[1] https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Gesundheit/Gesundheitszustand-Relevantes-Verhalten/Publikationen/Downloads-Gesundheitszustand/unfaelle-gewalt-kinder-5230001149004.pdf?__blob=publicationFile

[2] https://www.stern.de/kindermedizin-kleiner-koerper–schneller-stoffwechsel-3762542.html

[3] https://www.kinderaerzte-im-netz.de/media/53eca2bb33af614b73018384/source/20120303130141_das-baby.pdf

[4] http://www.stillen-institut.com/media/2010-Praevention-SIDS-Jorch.pdf

[5] https://botanikus.de/informatives/giftpflanzen/giftige-zimmerpflanzen/

[6] https://www.gartenlexikon.de/giftpflanzen/

[7] https://www.erste-hilfe-fuer-kinder.de/erste-hilfe-themen/vergiftungen-bei-kindern/giftige-pflanzen.html

[8] https://www.stern.de/panorama/video/ins-netz-gegangen/staunen/junge-wird-beim-spielen-beinahe-von-kommode-erschlagen-7928902.html

[9] https://www.gesundheit.gv.at/krankheiten/erste-hilfe/kindernotfaelle/fremdkoerper-atemwege

[10] http://www.kinderumweltgesundheit.de/index2/pdf/themen/Unfaelle/Broschuere_Unfaellevermeiden.pdf

[11] https://www.test.de/Kordeln-an-Kinderkleidung-Immer-noch-gefaehrlich-1859447-0/

[12] https://www.kindergesundheit-info.de/themen/sicher-aufwachsen/sicherheit-im-alltag/kleidung/

[13] https://www.kindersitzprofis.de/wissenswertes/kindersitzpflicht/

[14] https://www.adac.de/verkehr/verkehrssicherheit/wetter/winterjacke-auto/

[15] https://www.adac.de/_mmm/pdf/vek_erziehung_baby_unterwegs_236245.pdf

[16] https://www.adac.de/verkehr/verkehrssicherheit/kindersicherheit/kindersitzberater/kindersitz-beifahrersitz/

[17] https://www.adac.de/verkehr/verkehrssicherheit/kindersicherheit/kindersitzberater/kindersitz-normen/

[18] https://www.bussgeld-info.de/bussgeldkatalog-sicherheit/

 

Bildquellen

Illustrationen: Natalya Zelenina