Entspannt durch die Nacht – Babys Schlaf in den ersten Lebensmonaten

Unruhige Nächte, Schlafmangel und Einschlaftipps gehören bei den meisten Eltern zu den Top-Themen einer jeden Unterhaltung. Wann das Baby durchschläft, ob es im Elternbett schlafen darf und wie man mit dem eigenen Schlafmangel umgeht sind dabei die Fragen, die am häufigsten diskutiert werden.

Babys schlafen etwa 16 bis 18 Stunden am Tag. Das klingt zunächst viel, sodass gerade Eltern Erstgeborener häufig eine falsche Vorstellung davon haben, wie ausgeprägt Babys Schlafverhalten sich auf den eigenen Tag-Nach-Rhythmus auswirken kann.

Schlafphasen und Schlafbedürfnis

Um Überraschungen vorzubeugen und eine der wichtigsten Informationen gleich zu Beginn des Artikels zu erwähnen: Babys schlafen in den ersten Lebensmonaten nicht durch. Sie haben keinen zirkadianen Rhythmus und ihre Schlafphasen hängen nicht von der Tages- oder Nachtzeit ab.

Anders als Erwachsene schlafen Babys in Zyklen, die etwa zwei bis drei Stunden andauern. In einem dieser Schlafzyklen durchläuft das Baby zuerst eine REM-Schlafphase, eine Tiefschlafphase und eine kurze Wachphase. Ein Zyklus dauert etwa 50 bis 60 Minuten, sodass eine Schlafphase aus ungefähr drei dieser Schlafzyklen besteht.

Babys, die in der Lage sind, sich in der kurzen Wachphase selbst zu beruhigen, schlafen problemlos und ohne Hilfe wieder ein. Nach etwa drei Stunden sind sie dann eine längere Zeit wach. Auf den Tag gerechnet schlafen sie so mit häufigeren Unterbrechungen etwa 16 bis 18 von 24 Stunden.

Während die Schlafphasen am Tag den Eltern eine kurze Verschnaufpause gönnen und Tätigkeiten im Haushalt ermöglichen, werden sie nachts für viele Erwachsene zur Zerreißprobe. Denn auch in der Nacht erwacht das Baby etwa zwei bis drei Mal und unterbricht so natürlich auch den Schlaf der Eltern.

Genau wie am Tag möchten Babys auch in der Nacht gestillt und gewickelt werden. Weil Babys Magen in den ersten Lebenswochen nur etwa 50 ml an Nahrung fasst, hält das Sättigungsgefühl nicht lange vor. Mit der Reifung der inneren Organe wächst jedoch das Fassungsvermögen des Magens, sodass das Baby nach etwa zwei Lebensmonaten nachts länger schlafen kann, ohne vom Hunger geweckt zu werden.[1]

Die Anpassung an Tages- und Nachtzeiten und damit auch die Entwicklung des zirkadianen Rhythmus ist nichts, was das Baby in die Wiege gelegt bekommt. Das Bedürfnis nach Nahrungsaufnahme ist gerade bei Neugeborenen ausgeprägter als das Schlafbedürfnis. Das Stillen in der Nacht ist also überlebensnotwendig für das Baby, sollte jedoch so ruhig und schonend wie möglich erfolgen.

Um dem Baby das anschließende Einschlafen zu erleichtern, sollten Stillen und Wickeln nur in gedämpften Licht erfolgen. Nach etwa zwei bis drei Monaten lernt das Baby so den Unterschied zwischen Tages- und Nachtzeit und bekommt so die Chance, einen zirkadianen Rhythmus zu entwickeln.

Bis dahin benötigen die Eltern viel Geduld. Erst mit der Reifung des Zentralen Nervensystems gleicht sich der Schlafrhythmus des Babys dem von Erwachsenen an. Dies ist bei vielen Babys bis zur Vollendung des ersten Lebensjahres zu erwarten.[2]

So sieht das ideale Babybett aus

Der Kauf eines Babybettchens sollte schon bei der Erstausstattung berücksichtigt werden. Eltern haben hier die Wahl zwischen zahlreichen Modellen und Ausstattungsvarianten. Welches Babybett man kaufen sollte, kann deswegen zu einer schwierigen Entscheidung werden.

Wichtig ist, dass das Babybett den hohen Anforderungen an die Sicherheit gerecht wird. Prüfsiegel z. B. vom TÜV oder das GS-Zeichen lassen auf eine hochwertige Verarbeitungsqualität schließen und garantieren eine ausreichende Sicherheit für das Baby.

Zu den weiteren Anforderungen an ein sicheres Babybett gehören:

  • Entsprechung der DIN EN716-Norm[3]
  • Kinderbett inkl. der dazu passenden Matratze kaufen
  • Nur eine einzelne Matratze verwenden
  • Höhenverstellbarer Lattenrost
  • Ohne scharfe Kanten, Lücken, Kordeln oder andere ablösbare Bauteile
  • Abstand bei Gitterstäben: 4,5 – 6,5 cm
  • Abstand zwischen Matratze und Oberkante des Bettes: mind. 30 cm
  • Verarbeitung aus ungiftigen und schadstofffreien Materialien

Aus Sicherheitsgründen und insbesondere, um dem Plötzlichen Kindstod vorzubeugen, sollten Babys in ihrem eigenen Bett schlafen. Auf Kopfkissen, Bett- und Kuscheldecken sowie Spielzeuge und Kuscheltiere sollte man im Babybett verzichten.

Nestchen oder Bettumrandungen sorgen zwar für eine niedliche Optik des Babybettes, werden jedoch von Experten regelmäßig abgelehnt. Alles, was in die Kategorie Dekoration fällt, sollte deswegen vom Bettchen ferngehalten werden.

Viele Eltern empfinden diese minimalistische Einrichtung des Babybettes als unpersönlich, ungemütlich und kalt. Die Sicherheit und die Bedürfnisse des Babys sollten aber höchste Priorität haben.

Neben den hohen Anforderungen an die Sicherheit benötigt das Baby zum Schlafen eine zum Bett genau passende Matratze, die der Größe und dem Gewicht des Babys entsprechend dimensioniert sein sollte.

Anstelle einer Bettdecke schläft das Baby am sichersten in einem Schlafsack. Dieser sollte genau passen, damit er nicht versehentlich über das Gesicht rutschen und die Atemwege verlegen kann.

Freihängende Objekte über dem Babybett (z. B. Mobiles, Betthimmel) müssen so befestigt sein, dass sie vor dem Herunterfallen gut geschützt sind. Keinesfalls dürfen einzelne Kleinteile des Mobiles ins Bettchen fallen.

Auf der sicheren Seite ist man auch bei Mobile, Betthimmel und Co. nur, wenn man gänzlich darauf verzichtet. Gerade heruntergefallene Betthimmel können das Baby komplett bedecken und so zu Überhitzung und im schlimmsten Fall zum Ersticken führen.

Stubenwagen und Reisebettchen

Weil Babys bis zu 18 Stunden am Tag schlafen, benötigen viele Eltern für unterwegs weitere Schlafmöglichkeiten für ihr Kind. Für eine Übernachtung bei den Großeltern empfiehlt sich deswegen der zusätzliche Kauf eines Reisebettes.

Für die Ausstattung gilt hier das gleiche wie auch für das normale Babybett: Ein Schlafsack und eine gute Matratze sind ausreichend. Auch das Reisebett sollte über Prüfzeichen verfügen, schadstofffrei produziert sein und den anerkannten DIN-Normen zum Thema Sicherheit genügen.

Gerade in größeren Wohnungen oder Einfamilienhäusern mit mehreren Etagen bevorzugen Eltern eine Schlafmöglichkeit in der Nähe ihres eigenen Aufenthaltsortes. Ein Stubenwagen ist dabei eine gute Alternative zum Babybett. Möchte man mit dem Baby den Raum wechseln, muss es dafür nicht extra geweckt werden.

Stubenwagen sollten idealerweise mit Rollen ausgestattet sein, um ihren Anwendungszweck bestmöglich erfüllen zu können. Ansonsten gelten an sie die gleichen Anforderungen wie auch an das Babybett und das Reisebett.

Was der plötzliche Kindstod mit dem Schlaf zu tun hat

Der Plötzliche Kindstod ist auch unter dem Begriff SIDS (engl. Für sudden infant death syndrome) bekannt und beschreibt das plötzliche Versterben des Säuglings ohne erkennbare äußere Ursache.

SIDS ist immer eine Ausschlussdiagnose, die nur dann gestellt wird, wenn sich absolut keine körperliche Ursache wie eine Verletzung oder eine Krankheit finden lässt. Dies führt unter anderem dazu, dass sich gerade Eltern von Säuglingen große Sorgen darüber machen, wie sie das Risiko des Plötzlichen Kindstodes reduzieren können.

Mit den Ursachen für das SIDS beschäftigen sich Forscher und Mediziner seit Jahrzehnten. Inzwischen sind einige Risikofaktoren bekannt, sodass eine sinnvolle Vorbeugung möglich ist.

Häufige Übereinstimmungen sind

  • Männliches Geschlecht: Jungs sind mit 60% auffallend häufiger betroffen[4]
  • Lebensalter: Am häufigsten tritt der Plötzliche Kindstod im Alter von zwei bis vier Monaten auf[5]
  • Risikoverhalten der Mutter: Rauchen, Alkohol und Drogenkonsum in der Schwangerschaft[6] und der Verzicht aufs Stillen erhöhen das Risiko für SIDS[7]
  • Schlafhaltung: Das Schlafen in Bauchlage zählt derzeit zu den größten Risikofaktoren. Auch in Seitenlage haben Babys ein erhöhtes Risiko. Am sichersten schlafen Säuglinge in Rückenlage. [8]
  • Schlafumgebung: Das Familienbett gilt ebenso als Risikofaktor wie das Schlafen im eigenen Babyzimmer. Kopfkissen und Bettdecken im Babybett erhöhen die Gefahr ebenfalls. Der Schlafraum sollte außerdem nicht überheizt sein.[9]

Diese Risikofaktoren gelten als bestätigt und sollten von Eltern unbedingt gemieden werden. Auch wenn die Untersuchungen und die Forschung zum Thema SIDS immer andere Faktoren zum Gegenstand haben, können Eltern das Risiko des Plötzlichen Kindstod vor allem mit einer angepassten Schlafhygiene reduzieren.

Weil der Plötzliche Kindstod fast immer im Schlaf eintritt, gilt der Zusammenhang zwischen der Krankheit und dem Schlaf als erwiesen. Zu einer guten Prävention gehören unter anderem[10]

  • Schlafen in Rückenlage
  • Feste Babymatratze verwenden
  • Verzicht auf Kopfkissen und Bettdecke
  • Verzicht auf Kuscheltiere, Felle, Dekoration und Baby-Nestchen
  • Verwendung eines passenden Babyschlafsacks
  • Verwendung eines Schnullers
  • Separates Babybett im Elternschlafzimmer
  • Mindestens das Schlafzimmer rauchfrei halten. Besser noch: Auf das Rauchen in der Wohnung vollständig verzichten
  • Auf eine angemessene Raumtemperatur im Schlafzimmer achten. Nicht heizen, wenn die Raumtemperatur über 18° C liegt.

All diese Maßnahmen zur Vorbeugung des Plötzlichen Kindstodes fördern außerdem die gesunde Entwicklung des Säuglings und leisten auch bei den Eltern einen wertvollen Beitrag für eine gesunde Schlafhygiene.

Pucken – Sinnvoll oder gefährlich?

Das Pucken ist eine moderne Wickeltechnik, bei der Neugeborene und Säuglinge eng in ein Tuch eingewickelt werden. Das Ziel des Puckens soll sein, den Bewegungsradius von Armen und Beinen zu limitieren. Dies soll für eine Beruhigung des Babys sorgen und einen entspannten Schlaf fördern.

Die Technik geht auf eine alte Methode zurück, die bereits von antiken Ärzten (z. B. Ephesos von Soranos) in der Literatur beschrieben wird. Beim Pucken soll das Baby ein Gefühl von Geborgenheit bekommen, die ähnlich zu der im Mutterleib sein soll.

In Untersuchungen hat sich außerdem gezeigt, dass sich bei gepuckten Babys sowohl die Länge als auch die Art der Schlafphasen verändern kann. Gepuckte Babys schlafen im Schnitt länger, tiefer und ruhiger und verbringen gleichzeitig weniger Schlaf in der REM-Phase.[11] Wie wichtig diese jedoch für die kindliche Gehirnentwicklung ist, haben wir bereits in einem anderen Artikel erwähnt.

Ein weiterer Vorteil ist, dass das Pucken den Schlaf in der Rückenlage fördert. Nach heutigem Kenntnisstand ist das Schlafen auf dem Rücken für alle Säuglinge die sicherste Schlafposition, um dem plötzlichen Kindstod entgegenzuwirken.

Eine Studie weist außerdem darauf hin, dass das Pucken bei Babys mit Hirnschäden zu einer deutlichen Reduzierung von anhaltendem Schreien führen kann.[12] Den wenigen Vorteilen, die das Pucken mit sich bringt, stehen jedoch zahlreiche Komplikationen und Nachteile gegenüber.

So verhindert beispielsweise das enge Wickeln mit den Armen am Körper, dass sich das Baby selbst beruhigen kann. Durch das Pucken kann das Baby beispielsweise die Finger nicht mehr selbst zum Mund bringen.

Generell ist die Körpersprache des Babys deutlich reduziert, sodass es nur sehr limitiert die Möglichkeit hat, sich abseits vom Schreien und Weinen mitzuteilen. Den Eltern wird so außerdem das Erkennen und Deuten von Babys Signalen erschwert. Für die Kommunikation zwischen Eltern und Kindern ist das Pucken alles andere als förderlich.

Kinder- und Jugendärzte raten immer wieder von der Wickeltechnik ab. Vor allem im Sommer nimmt man dem Baby die Möglichkeit, seine Körpertemperatur zu regulieren. Gepuckte Babys können schnell überhitzen und dehydrieren.

Weiterhin führen sie an, dass das Pucken eine ganze andere Körperhaltung erzwinge, als die Embryonalhaltung im Mutterleib. Mit einer natürlichen Beruhigungsmethode, die die Bedingungen im Mutterleib imitieren soll, hat das Pucken also nur wenig zu tun.

Viele Eltern wickeln ihr Baby beim Pucken außerdem viel zu fest ein. Arm- und Beinbewegungen werden so unmöglich gemacht. Im schlimmsten Fall werden beim zu festen Wickeln Nerven eingeklemmt und nachhaltige Schäden verursacht.

Durch das permanente Liegen auf dem Rücken und das Unvermögen, die Körperhaltung zu verändern, entwickeln gepuckte Babys außerdem häufiger Schädeldeformationen wie einen platten Hinterkopf.[13] Auch das Risiko für Hüftfehlstellungen (Hüftdysplasie) kann bei gepuckten Babys erhöht sein. [14]

Ob man sich am Ende für oder gegen das Pucken entscheiden soll, ist keine einfache Entscheidung. Die Meinungen zu diesem Thema gehen so weit auseinander, dass man hier auf den fachkundlichen Rat von Hebamme oder Kinderarzt vertrauen sollte.

Wenn das Baby nicht schläft – Unsere Tipps zum Einschlafen

Eltern, die die Bedürfnisse ihres Babys verstehen, haben bereits einen wertvollen Beitrag für eine gesunde Entwicklung des Schlafverhaltens geleistet. Trotzdem sorgen Schlafprobleme des Babys immer wieder für Frustration bei den Eltern.

Gerade dann, wenn man augenscheinlich alles getan hat, um dem Baby beim Schlafen zu helfen, stellen Probleme beim Ein- und Durchschlafen die Eltern vor eine große Herausforderung.

Mit unseren Tipps gegen Schlafprobleme bei Babys geben wir eine Hilfestellung, damit die ganze Familie so gut wie möglich schlafen kann.

Tagsüber im Hellen schlafen

Wie bereits erwähnt, müssen Babys erst lernen, ihr Schlafverhalten an den Tag-Nacht-Rhythmus anzupassen. In den ersten Lebenswochen wird das Baby so häufig vom Hunger geweckt, dass das Schlafbedürfnis von Mutter Natur hinten angestellt wird.

Sobald das Baby ausreichende Nahrungsmengen aufnehmen kann, um mehrere Stunden gesättigt zu sein, kann man beginnen, das Baby an Tages- und Nachtzeiten zu gewöhnen.

Dabei kann es helfen, das Baby tagsüber nicht in einem abgedunkelten Raum schlafen zu lassen. Ausreichend Licht am Tag fördert eine gesunde Entwicklung des zirkadianen Rhythmus und verbessert außerdem den Schlaf in der Nacht.

Müdigkeit rechtzeitig erkennen

Genau wie beim Hunger entwickeln alle Babys eindeutige Signale, die auf Müdigkeit hindeuten. Für Eltern ist es wichtig, diese Signale verstehen zu lernen, damit ein müdes Baby sein Schlaffenster nicht verpasst. Babys, die vor lauter Müdigkeit anfangen zu schreien, sind dann so aufgebracht, dass das Einschlafen noch schwerer fällt.

Typische Anzeichen für Müdigkeit sind unter anderem Gähnen, Weinen und Quengeln, starrer oder müder Blick mit schweren Augenlidern und das Runzeln der Stirn.

Rituale

Einschlafrituale helfen Babys dabei, ihren Rhythmus und auch ihren Platz im Leben zu finden. Feste Rituale zum Einschlafen und ein geregelter Tagesablauf sorgen für eine gesunde Entwicklung des Schlafverhaltens und vermitteln gleichzeitig Sicherheit und Geborgenheit.[15]

Schlafenszeiten lassen sich so gezielt antrainieren und sorgen dafür, dass das Baby jeden Tag zur selben Zeit schlafen gelegt werden kann. Wie man das Einschlafritual gestaltet, ist ganz von den Bedürfnissen des Babys und den eigenen Vorlieben abhängig.

Wichtig ist jedoch, dass es sich dabei um immer wiederkehrende, ruhige Aktivitäten ohne viel Licht und Bewegung handelt und dass das Ritual nicht zu lange dauert. Zieht man das Gute-Nacht-Sagen zu sehr in die Länge, wird das Einschlafen eher erschwert.

Trennungsschmerz überwinden

Viele Babys haben im Alter von wenigen Monaten Schwierigkeiten mit dem Einschlafen, weil sie Angst vor Trennung und Verlust haben. Sie schlafen dann nur noch im Arm der Mutter ein oder wollen zum Einschlafen gestillt werden.

Babys können jedoch nur dann alleine einschlafen oder sich beim kurzen Aufwachen selbst beruhigen, wenn sie keine Angst vor Trennung und dem Alleinsein haben. Tagsüber kann man kurze Trennungsphasen spielerisch üben oder das Baby für kurze Zeit von einer anderen Person betreuen lassen, damit es sich an die Abwesenheit der Eltern gewöhnen kann.

So lernen Kinder, dass Trennungen nur kurzfristig sind, dass sie nie alleine sind und dass die Eltern immer wieder zu ihnen zurückkommen. Das so trainierte Urvertrauen ermöglicht dem Baby dann auch in der Nacht die Ruhe zu bewahren, wenn es aufwacht und sich alleine fühlt.

Ein schwach leuchtendes Nachtlicht wird von vielen Babys ebenfalls als beruhigend wahrgenommen. Vielen Kindern hilft es darüber hinaus, die Zimmertüre nur anzulehnen, sodass sie die typischen Geräusche der Eltern wahrnehmen können.

Keine Experimente

In ihrer Verzweiflung versuchen viele Eltern immer wieder neue Methoden, um den Nachwuchs zum Schlafen zu bewegen. Die ständig wechselnden Hilfsangebote schaden dabei mehr, als dass sie nützen.

Eltern, die ihre Kinder an immer anderen Orten zum Schlafen legen oder das Einschlafritual ständig wechseln, weil nichts zu helfen scheint, nehmen dem Baby die Möglichkeit, Sicherheit zu gewinnen und eine Routine zu entwickeln.

Wachen Babys beispielsweise in einer fremden Umgebung auf, sind sie verwirrt und verunsichert, weil sie nicht dort wach werden, wo sie eingeschlafen sind. Das Urvertrauen des Babys kann sich so nicht ausreichend entwickeln.

Vor allem für den Schlaf in der Nacht sollte man sich deswegen auf einen Schlafplatz fokussieren. Immer gleiche Schlafenszeiten und wiedererkennbare Einschlafrituale geben dem Baby die Sicherheit, die es für einen entspannten Nachtschlaf braucht.

Bei Entwicklungsschüben Geduld haben

Gerade dann, wenn sich die Schlafphasen des Babys nachts verlängern und Eltern das erste Mal aufatmen, ist der nächste Entwicklungsschub des Babys meist nicht weit entfernt. Während viele Babys solche körperlichen und/ oder mentalen Veränderungen gut verkraften, leiden andere häufig unter Schlafschwierigkeiten.

Gerade die Zeit der ersten Zähnchen ist für viele Babys mit Schmerzen und Unruhe verbunden. Auch Babys, die gerade das Krabbeln oder Laufen lernen, durchleben häufiger schlaflose Nächte.

Auch wenn die Eltern in diesen Fällen nichts weiter tun können, als die Entwicklung des Kindes bestmöglich zu unterstützen, können sie sich zumindest darauf verlassen, dass jede Phase und jeder Wachstumsschub ein Ende haben wird.

Auf den eigenen Instinkt verlassen

Bei anhaltenden Schlafproblemen, die sich nicht mit einem Entwicklungsschub, einer kurzen Phase oder einer Erkrankung erklären lassen, sollte der Kinderarzt um Rat gefragt werden. Außerdem sollten Eltern sich auf ihr Gefühl verlassen: Sie kennen ihr Baby am besten.

Gut gemeinte Ratschläge von außen sorgen bei vielen Eltern für eine unnötige Verunsicherung, die sich auch auf das Baby übertragen kann. Ruhige, entspannte und selbstbewusste Eltern hingegen können ihrem Baby die Sicherheit und Geborgenheit geben, die es so dringend für erholsame Nächte braucht.

Auch von einigen speziellen Methoden sollten Eltern bei Schlafproblemen absehen. Insbesondere die sogenannte Ferber-Methode wird immer noch vielfach empfohlen, um Schreibabys zum Schlafen zu bringen.

Laut diesem Schlaflernprogramm sollen Babys schrittweise lernen, dass die Eltern sie nicht alleine lassen. Gleichzeitig werden die Phasen des Alleine-Lassens immer weiter verlängert.

Die Methode berücksichtigt jedoch nicht, dass vor allem Babys in den ersten Lebensmonaten nicht in der Lage sind, komplexe Rückschlüsse aus dem Verhalten ihrer Eltern zu ziehen.

Die Folge ist, dass das Kind große Ängste entwickelt und sich nachhaltig in einen Schreizustand hineinsteigert. Schlafen die Kinder in diesem Zustand ein, darf dies nicht als Erfolg der Methode gewertet werden.

Vielmehr erfolgt das Einschlafen, weil das Baby körperlich und mental vollkommen erschöpft ist und nicht, weil es etwas gelernt oder sich beruhigt hat. In seltenen Fällen kann die Ferber-Methode lebensbedrohlich werden. Etwa dann, wenn sich kleine Babys vor Aufregung übergeben müssen und das Programm den Eltern derweil vorschreibt, noch 6 Minuten vor der Kinderzimmertüre auszuharren.[16]

Quellen

[1]https://www.minimed.at/medizinische-themen/gesundes-kind/baby-schlafen/

[2]http://docplayer.org/72574425-Arousals-bei-frueh-und-reifgeborenen.html

[3]https://www.din.de/blob/79740/ce4d58e704dd2220d6a1dd94badf8745/broschuere-sichere-kindermoebel-data.pdf

[4]https://www.aerzteblatt.de/archiv/44402

[5]https://www.aerzteblatt.de/archiv/44402

[6]http://www.stillen-institut.com/media/2010-Praevention-SIDS-Jorch.pdf

[7]https://www.aerzteblatt.de/archiv/44402

[8]https://www.aerzteblatt.de/archiv/44402

[9]http://www.stillen-institut.com/media/2010-Praevention-SIDS-Jorch.pdf

[10]https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/063-002l_S1_Pravention-des-ploetzlichen-Saeuglingstodes_2018-07.pdf

[11]https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15867039?dopt=Abstract

[12]https://adc.bmj.com/content/89/3/212.full

[13]https://www.kinderaerzte-im-netz.de/news-archiv/meldung/article/kinder-und-jugendaerzte-warnen-vor-pucken-pucken-ist-ueberfluessig-und-gefaehrlich-fuer-saeugli/

[14]https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/68000/Hueft-Fehlstellungen-Trend-zum-Baby-Pucken-gefaehrdet-Entwicklung

[15]https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2675894/

[16]https://www.focus.de/familie/lernen/lernstoerungen/problem-einschlafen-warum-sie-ihrem-baby-auf-keinen-fall-die-ferber-methode-zumuten-sollten_id_10150431.html

Bildquellen

Illustrationen: Natalya Zelenina