Nanu – wie erziehst denn du?

Über die richtige Erziehung wird seit Jahrzehnten diskutiert. Vor einigen Jahrhunderten war dies kein Thema. Damals gab es beispielsweise weder eine Krabbeldecke, noch eine Babywippe, die bereits Neugeborenen bei der Entwicklung ihrer Persönlichkeit helfen. Damals war klar, dass mehrere Generationen unter einem Dach leben und sich gegenseitig bei der Kinderbetreuung helfen. Dies führte jedoch dazu, dass der „alte“ Erziehungsstil weitergegeben wurde. Mit diesem Stil waren viele jüngere Eltern in keiner Weise zufrieden. So gab es früher kein Beistellbett, das die emotionale Nähe auch nachts fördert.

Exakt aus diesem Grund wurde im Jahr 2017 eine Blogparade mit dem Thema „Nanu – wie erziehst denn du?“ ins Leben gerufen. Die Erfahrungen und Tipps dieser Blogbeiträge sollte Eltern dabei helfen, einen anderen Blickwinkel auf ihren eigenen Erziehungsstil zu werfen. Welche offiziellen Erziehungsstile es derzeit gibt, möchten wir nun erläutern.

Erziehungsstile: von autoritär bis demokratisch

Während früher die Kindererziehung in einen autoritären und einen antiautoritären Stil unterteilt wurde, gibt es inzwischen wesentlich mehr Stile.

  • Antiautoritäre Erziehung
  • Autokratische Erziehung
  • Autoritäre Erziehung
  • Demokratische Erziehung
  • Egalitäre Erziehung
  • Laissez-Faire Erziehung
  • Negierende Erziehung
  • Permissive Erziehung

Beim Autoritären Erziehungsstil werden die Wünsche eines Kindes so gut wie nicht beachtet. Dieser Erziehungsstil kennzeichnet sich durch Bestrafung und Belohnung, wodurch einem Kind das Verhalten anerzogen wird, das sich die Eltern eines Kindes wünschen. Hierbei wird weitestgehend verhindert, dass das Kind eine individuelle Persönlichkeit entwickelt. Als Steigerung wird der Autokratische Erziehungsstil bezeichnet, bei dem jegliche Wünsche des Kindes unterdrückt werden.

Das Gegenteil stellt nicht nur der Antiautoritäre, sondern auch der Demokratische Erziehungsstil dar. Beim Antiautoritären Erziehungsstil werden dem Nachwuchs sinnvolle Grenzen gesetzt. Die meiste Zeit jedoch darf das Kind seine eigenen Wünsche umsetzen und erlebt mehr Freiheit als beim Autoritären Erziehungsstil. Der Demokratische Stil geht ein Stück weiter: Hier dürfen die Kinder explizit mitreden und die Familie versucht immer, eine Lösung zu finden, die allen Mitgliedern gerecht wird. Obwohl auch hier sinnvolle Regeln gesetzt werden, erleben die Kinder ein hohes Maß an Verantwortungsgefühl.

Tipp: Es gibt nicht den richtigen Erziehungsstil – alle Eltern müssen selbst entscheiden, welchen Stil sie anwenden. Ein Mix aus allen drei Erziehungsstilen ist durchaus denkbar.

Unbekannte Erziehungsstile

Der Egalitäre Erziehungsstil wird als Steigerung des Demokratischen Erziehungsstils bezeichnet. Hierbei gibt es keine Hierarchie und die Kinder stehen den Eltern gleich. Die Kinder werden nach ihrer Meinung gefragt, die auch umgesetzt wird.

Der Negierende Erziehungsstil wird oft als fehlende Erziehung bezeichnet: Die Kinder müssen selbst entscheiden, was sie möchten. Die Eltern nehmen in keiner Weise Einfluss und setzen keine Regeln. Ähnlich verhält es sich beim Laissez-Faire Stil, bei dem die Eltern kaum Einfluss nehmen und nur minimal Vorgaben setzen. Beide Stile werden von Außenstehenden so verstanden, als hätten die Eltern kein Interesse an der Erziehung.

Der Permissive Erziehungsstil ähnelt dem Laissez-Faire, nur mit folgendem Unterschied: Hin und wieder setzen die Eltern Grenzen. Die Kinder übernehmen jedoch weitestgehend Verantwortung für ihr eigenes Handeln.

 

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