Unser Weg zur Waldorfpädagogik

5. Januar 2018

Viele von euch haben bereits mitbekommen, dass Ben nicht außer Haus betreut wird. Jedoch haben wir nun in diesem Jahr beschlossen, dass "Lotterleben" hinter uns zu lassen und so langsam mit etwas mehr Struktur unserem Tag zu begegnen.


Natürlich haben wir von Anfang an unseren Tagesablauf, aber nichts war so wirklich geplant oder gar regelmäßig. Wir haben mal mittags und dann mal wieder abends warm gegessen, auch die Uhrzeiten standen nie wirklich fest. Genauso bei unseren Aktivitäten oder dem Hausputz.
Das soll nun also anders werden, unser Tagesablauf wird sich also ändern. Ganz genau möchte ich aber noch nicht darauf eingehen, da wir noch nicht zu 100% den richtigen Rhythmus gefunden haben. Das wird sich also in der nächsten Zeit erst noch zeigen.

Warum wir uns aber für Waldorf entschieden haben und wie das ganze aussehen soll, bzw. welche Veränderungen im Haus stehen, darauf gehe ich nun etwas näher ein.

"Kann dein Sohn dann demnächst seinen Namen tanzen?"

wurde ich von meinem Bruder zu diesem Thema gefragt. Zu Waldorf gehört natürlich deutlich mehr als Eurythmie - also "seinen Namen zu tanzen" (Ehrlich gesagt, habe ich mich mit diesem Thema auch noch nicht genau beschäftigt. Ich bin kein Waldorfexperte und muss mich noch viel einlesen (ich selber habe in der Ausbildung Montessori gelernt und in Reggio-Kindergärten gearbeitet).

Von daher habe ich noch viel zu lernen und freue mich auf eure Buch - und Internetseiten-Vorschläge.

(Wer einmal nachlesen möchte worauf sich die Waldorfpädagogik bezieht, kann das hier gerne einmal nachlesen oder hier sich ein Video dazu ansehen.)

Was mir ganz besonders an der Waldorfpädagogik gefällt ist, dass das Kind nicht als fertig angesehen wird. Es muss also noch nicht alles können und hat Zeit zu reifen und diese wird ihm uneingeschränkt gegeben. Gerade in unserer heutigen Zeit, wo die Kinder schon im Kleinkindalter und im Kindergarten so vielen Tests und Beurteilungen ausgesetzt sind, finde ich diese Ansichtsweise großartig. Waldorf vermittelt für mich auch eine Art Ruhe, Regelmäßigkeit und Rückzug. Man kann sich geborgen fühlen und einfach Kind sein. Das sind im wesentlichen die Gründe warum wir uns für Waldorf, bzw. einiger Punkte aus Waldorf entschieden haben.

Wie möchten wir Waldorf zuhause umsetzen?

1. Ein regelmäßiger Tagesablauf mit vielen Wiederholungen soll Kindern gut tun und sie sollen daraus viel Vertrauen und Ruhe schöpfen. Wir wollen unseren Tagesablauf nun wieder etwas anpassen und werden dann davon berichten, wenn wir unseren Rhythmus gefunden haben.

2. Soviel Freispiel wie nur möglich, versuchen wir bereits seit Anbeginn zu ermöglichen. Soviel wie das Kind nur möchte kann es selber entscheiden, was er wann macht. Kleine Anregungen und Ideen kommen auch gerne mal von uns Eltern, aber im Großen und Ganzen kann er sein Spiel ganz frei und selbst wählen.

3. Viel Zeit in der Natur soll nun auch wieder regelmäßig in unseren Tagesablauf Platz finden. Regelmäßige Spaziergänge, Besuche auf dem Spielplatz oder dem Wald sollen bald wieder in unseren Rhythmus integriert werden.

4. Fingerspiele und Reime, sowie Gedichte und Geschichten werden mehr und mehr in den Alltag umgesetzt. Auch das begleitende Singen, welches mir ehrlich gesagt, derzeit etwas schwer fällt, soll wieder in unseren Alltag Einzug halten.

5. Das Leben im Jahreskreis, Wir wollen unsere Kinder weder strickt naturreligiös noch strickt christlich erziehen. Trotzdem möchte ich die Natur und ihre Feste, wo auch große christliche Feste in unserem Leben weiter und stärker etablieren.

6. Jeder Tag hat seine Bedeutung, seine Farbe und seine Aktivität. Ich werde nicht so weit gehen und auch das Essen nach dem Tag planen, aber ein wiederholendes Ereignis an jedem Wochentag wird es auch bei uns geben.

Das sind bisher die Punkte die ich gerne übernehmen möchte aus der Waldorfpädagogik. Ich finde übrigens, dass sich die Pädagogik wunderbar mit unserer Erziehung ergänzt.

Über das Jahr 2018 wollen wir also unseren Weg zu mehr Waldorf finden und ihr könnt uns hier auf diesem Blog begleiten. Ich würde aber gerne von euch wissen, ob ihr euch auch für Waldorf entschieden habt, sei es zuhause oder im Kindergarten. Was eure Beweggründe waren, bzw. was euch an der Pädagogik am meisten gefällt. Und ja, nicht zu vergessen, eure Tipps und Empfehlungen.



Kommentare

diesesmamading hat gesagt…

Ein schöner Artikel, der in vielen Teilen das beschreibt, was mir an Waldorf so gut gefällt.
Mein Kleiner geht jetzt seit knapp einem halben Jahr in den Waldorf-Kindergarten. Auch ich musste mir deshalb schon den ein oder anderen Spruch anhören, aber wir stehen voll hinter dem Konzept und meistens kommt er ja von Unwissenden. Wobei es mir da geht wie dir, ich selbst hab mich auch noch nicht so intensiv damit auseinander gesetzt wie ich es gerne würde. Aber es kommt mit der Zeit. Ich bin gespannt was du noch berichten wirst!

Liebe Grüße
Linda

Lalemie hat gesagt…

Hallo Linda,
vielen Dank für deinen lieben Kommentar. Ein Waldorfkindergarten wäre für uns auch eine Möglichkeit gewesen. Allerdings gibt es diesen nicht in unserer Stadt. Die blöden Sprüche werden sicherlich noch häufiger auch uns entgegen kommen. Aber wie du schon geschrieben hast, es kommt von Unwissen und von Vorurteilen. Ich bin mir sicher, dass es kein Konzept für jedermann ist.
Ich werde mich noch weiter in das Thema "reinfuchsen" und immer mal wieder etwas dazu schreiben.

Ganz liebe Grüße Melanie

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