Wie unterschiedlich doch Geburten sein können


Babybauch 42. Schwangerschaftswoche

Den Großen bekam ich schon vor 9 1/2 Jahren, das stell sich einer mal vor. Knapp 10 Jahre sind vergangen seit meiner ersten Geburt. Der Kleine kam vorletztes Jahr im Oktober zur Welt. Sie sind also ganze acht Jahre auseinander. Und so unterschiedlich die beiden kleinen Wesen sind, so unterschiedlich waren auch ihre Geburten.

Man sagt, unsere Geburt prägt uns und unser weiteres Leben. Ich kann dem mit guten Gewissen zustimmen. Denn wie ich bereits sagte, sowohl ihr Wesen als auch die Geburt sind bei den Beiden völlig verschieden. Und so langsam und zäh wie Noels Geburt war, so schleppend und behaglich ist er heute. Und so schnell und heftig Bens Geburt war, so rasant und immer in Aktion ist er.

Vor der ersten Geburt hatte ich wenig Angst, ich habe wenig darüber gelesen und bin auch in keine Kurse gegangen. So konnte mir auch keiner Angst machen, denn nur wenige in meinem Umkreis hatten zu dem Zeitpunkt ein Kind bekommen. So war ich also völlig frei von fiesen Gedanken, wie schmerzhaft es sein könne, was alles passieren kann und konnte mich ruhig darauf vorbereiten. Als die Wehen dann begannen, wurde ich nervöser. Es war auszuhalten, man hatte ja auch keine andere Wahl, aber ich wusste eben nicht, wann es soweit war ins Krankenhaus zu gehen. Also waren wir in den folgenden 5 Tagen 4 Mal im Krankenhaus. Die Wehen waren nicht stark genug und ich quälte mich nun von Mittwoch Abend bis Sonntag morgen mit Erbrechen und Wehen herum. So ganz ohne Schlaf ging es dann am Sonntag endlich in den Kreissaal und nach weiteren 3 Stunden war Noel dann auch da. Ganz ruhig war er und schaute mich nur mit großen Augen an. Er war trocken geboren, denn die Fruchtblase tröpfelte die Tage so vor sich hin. Nun folgte eine lange Stunde in der ich genäht wurde und in der meine Werte ziemlich absackten und ich Schlussendlich sogar nach 3 Tagen auf eigene Verantwortung aus dem Krankenhaus entlassen wurde. Der Verdacht auf Schwangerschaftsvergiftung stand im Raum, wurde aber nicht bestätigt, da ich gar nicht erst mehr zur Nachsorge gegangen war.

Vor der zweiten Geburt war ich natürlich nun deutlich nervöser, so wusste ich doch, was auf mich zu kommen kann und vermutlich auch wird. Aber dieses Mal war es ganz anders. Bei genau 41+0 sind wir ins Krankenhaus gefahren, denn nun sollte eine Einleitung statt finden, damit nicht noch weiter übertragen wird. Die Hebammenschülerin brachte mir aber zuerst einen tollen Wehen-Cocktail mit Rizinusöl und Aprikosensaft. Wir sind dann noch einige Zeit spazieren gewesen und sollten dann gegen 16:30 Uhr wieder zur Untersuchung in den Kreissaal kommen. Und wie wir dort so standen und warteten platzte mir wie im Film die Fruchtblase und ich stand in einer netten Pfütze. Nach dem die Fruchtblase also bei Ben gesprungen war und ich untersucht wurde, konnte ich mich wieder frei bewegen und die Wehen begannen auch schon. Zuerst waren sie gut auszuhalten, trotzdem war ich froh, als Björn am Abend um 20:30 Uhr wieder bei mir war. Im Kreissaal waren die Wehen dann nicht mehr so nett. Ich musste mich hinlegen, durfte mich nicht bewegen, da man sonst die Herztöne nicht hören könne. So waren die Wehen dieses Mal kaum zu ertragen und ich schrie wirklich, was ich bei der ersten Geburt überhaupt nicht getan hatte. Aber die Schmerzen überrollten mich und ich musste mich andauernd übergeben.

Da es bei der zweiten Geburt so heftig war, wollte ich eine PDA haben und der Anästesist brauchte nur 18 Stiche um den Schlauch endlich zwischen meine Wirbel zu stecken. Notiz an mich: "Das machste auch nie mehr!" Währenddessen wurde ich ganz gerne mal von der alten Hebamme angemotzt, weil sie die Herztöne im Sitzen ja nicht abhören könne. Später dann auch, wenn ich das nicht so und so mache, dann gäbe es einen Kaiserschnitt. Geglaubt wurde mir dann auch nicht, dass er nun kommt. Weil kann ja nicht, die Ärztin hat ja mit Mitte 20 so viel Erfahrung und wenn die sagt, das dauert noch, dann dauert es noch. Es dauerte dann auch noch genau einmal pressen.

Mein zweites kleines schrumpeliges Wunder war also deutlich schneller auf der Welt, allerdings mit deutlich mehr Schmerzen. Und welche Geburt mir lieber ist, na das kann ich wirklich nicht sagen. Doch beim nächsten Wunder möchte ich es Zuhause versuchen. So viel steht fest.

Wie waren eure Geburten? Habt ihr Unterschiede festgestellt?

2 Kommentare

  1. Da habe ich ein interessantes Thema für dich auf meinem Blog. Morgen läuft von 19.00 Uhr bis 20.00 Uhr ein Live-Talk:http://ein-kleiner-blog.blogspot.de/2017/05/online-talk-mit-dr-peter-spork.html
    Du kannst dich jetzt schon informieren.
    LG Elke

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    1. Hallo Elke,
      das klingt spannend. Ich versuche dabei zu sein ;)
      Liebe Grüße Melanie

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